11. August 2021, 19:00 Uhr, Dat Groode Hus, Winsen 

Kammerkonzert

Klangwelt mit Klaviertrio

Auch wenn das gemeinsame Musizieren für drei Personen schon lange in Gebrauch war, erlebt die Gattung des Klaviertrios seit der Wiener Klassik einen Aufschwung. Nicht zuletzt Beethovens Tripelkonzert setzt neue Maßstäbe, er hebt so das Klaviertrio auf Konzertniveau und setzt es mit dem solistischen Konzertieren gleich. 

Seine Variationen für Klaviertrio über Wenzel Müllers Lied "Ich bin der Schneider Kakadu" sind ein wunderbar humorvolles und gleichzeitig unter höchster Ernsthaftigkeit komponiertes Beispiel für seinen Ideenreichtum, sowohl für die Gattung der Variation (dieses Werk ist, anders als die Opuszahl sagt, bereits um 1800 entstanden, also in der Nähe zu den Eroica-Variationen) als auch für die des Trios. 

Auch Schumann hat sich immer wieder dem Klaviertrio zugewendet, sein Letztes entstand im Umfeld seiner großen "Rheinischen Symphonie" und weiterer Kammermusikwerke wie den beiden Violinsonaten. Trotz der düster anmutenden Tonart g-moll steckt das Werk voller geistreicher und spannender Wendungen und der Finalsatz in G-Dur lässt viel von dem "rheinischen Frohsinn" vermuten, den Schumann zum Beginn seiner Zeit in Düsseldorf 1851 erlebt. Seine Frau Clara schreibt in ihr Tagebuch: "Es ist originell, durch und durch voller Leidenschaft, besonders das Scherzo, das einen bis in die wildesten Tiefen mit fortreißt." 

Ebenso in g-moll steht Rachmaninoffs erstes elegisches Klaviertrio, welches der gerade erst 18-jährige Klavierabsolvent des Petersburger Konservatoriums in wenigen Tagen niedergeschrieben hat. Geformt in einem einzigen Satz ist es wie eine "sinfonische Dichtung" für Klaviertrio. Zur gleichen Zeit hatte Rachmaninoff noch seine Kompositionsprüfung vor sich, die er mit dem Operneinakter "Aleko" nach dem Libretto von Alexander Puschkin bestritt - und so lassen sich auch ebenso viele opernhaft anmutende, sehr gesangliche Einflüsse finden.

So sind diese drei Werke nicht nur verschiedenste Charakterisierungen der Gattung Klaviertrio, sondern vor allem auch der drei Komponisten und ihrer ganz persönlichen Klangwelt. 

Programm

S. Rachmaninoff (1873 - 1943) 

Klaviertrio Élègiaque Nr. 1 in g-Moll 

Lento lugubre – più vivo

R. Schumann (1810 - 1854) 

Klaviertrio Nr. 3 in g-Moll

für Klavier, Violine und Violoncello, op. 110

1. Bewegt, doch nicht zu rasch

2. Ziemlich langsam

3. Rasch

4. Kräftig, mit Humor

L. van Beethoven (1770 - 1827) 

Variationen über Wenzel Müllers Lied

"Ich bin der Schneider Kakadu"

für Klavier, Violine und Violoncello (G-Dur) op. 121a 

Introduzione. Adagio assai -

Thema. Allegretto -

Variazioni I-X - Allegretto

Winser Heimatverein

In Kooperation mit dem Winser Heimatverein 

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