21. August 2022, 19:00 Uhr, Vorwerk Gut Oppershausen

Klavierduoabend

Tanzt, tanzt!

Ensari-Schuch.jpg

Programm

 

Oğuzhan Balcı (*1977) 

Sarmal (2020) 

 

Johannes Brahms (1833 – 1897) /

Antonin Dvorak (1841 – 1904) 

Auswahl an Ungarischen und Slawischen Tänzen 

- Pause -

 

Igor Stravinsky (1882 – 1971) 

Le sacre du printemps 

Der „Sacre“ von Strawinsky ist trotz des grausamen Rituals der Tötung eines Mädchens vor allem eines: die Feier des Lebens, die Anbetung der Schöpfung und des Zyklus von Leben und Tod. In der vorchristlichen Zeit hatte die Idee der Schöpfung immer auch den Tod vor Augen. Grausam mag uns das heutzutage erscheinen, aber vielleicht haben wir den Tod in eine Ecke gedrängt, um ihm nicht sehen zu müssen. Strawinsky legt alles „zivilisierte“ ab und zeigt uns einen Gegenentwurf zu „und er sah, dass es gut war“, der auch in der heutigen Zeit nichts an Aktualität verloren hat. 

 

Oğuzhan Balcı’s Stück „Sarmal“ (Spirale) ist dem Duo Ensari/Schuch gewidmet. Balcı ist als Komponist, Dirigent und Geiger eng mit dem Lebensweg von Gülru Ensari verbunden und hat mit diesem Werk eine Suche skizziert. Selbst schöpferisch tätig zu sein und aus dem Nichts ein Werk zu erschaffen, stellt jeden Menschen vor ungeahnte Probleme. Wie beginne ich, wo höre ich auf, wie stelle ich Zusammenhang dar und was möchte ich inhaltlich transportieren? Die Schwierigkeiten des schöpferischen Tuns hat der Komponist vor allem im mantra-artigen Mittelteil in Klang gefasst, wo sich eine Figur immer wieder um sich selbst dreht, auf der Suche nach einem Ausweg.

 

Eine besondere Form des schöpferischen Tuns haben Gülru Ensari und Herbert Schuch in den Tänzen von Brahms und Dvorak ausgeführt: Die Tänze werden nicht als voneinander abgetrennte Blöcke, sondern immer wieder im überraschenden Wechsel dargeboten. Der Hintergrund dazu: Dvorak sollte, angeregt durch seinen Verleger Simrock, Tänze komponieren, die genauso virtuos, eingängig und spezifisch böhmisch gefärbt sein sollten wie die berühmten „Ungarischen Tänze“ von Brahms. Wie kreativ und eigenständig Dvorak dann aber ans Werk ging, ist dann doch überraschend. 

Zur Reservierung von Karten für dieses Konzert bitten wir Sie unser Kontaktformular zu nutzen.