19. August 2022, 19:00 Uhr, Wappensaal im Haus der Landschaft, Celle 

Außergewöhnliches Duo: Hammerflügel und Romantische Gitarre

Vergangene Zeiten? Retro - Per - Spektive

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Programm: 

 

Anton Diabelli (1781–1858) 

Grande Sonate brilliante op. 70 

1. Introduktion und Allegro

2. Scherzo

3. Adagio non tanto

4. Allegretto Pastorale

 

Franz Schubert (1797 – 1828) 

Eine Auswahl aus: Moments Musiceaux D 780 

 

Stephen Goss (*1964)

Intermezzi für Gitarre und Hammerflügel (UA)

Nr. 1 Ballad

Nr. 2 Barcarole 

Nr. 3 Nocturne

 

Pedro Ximenez de Abrill (1780 – 1857) 

Tres Minuetos für Gitarre solo 

op.post., g-Moll

No. 76, g-Moll

No. 4, e-Moll

 

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837) 

Potpourri op. 53 

- Pause -

Stephen Goss (*1964)

Intermezzo für Gitarre und Hammerflügel (UA)

Nr. 4 Serenade 

 

Ludwig van Beethoven / W. A. Mozart 

12 Variationen über „Ein Mädchen oder Weibchen“ op. 66 

 

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) 

Auswahl an Werken aus den WoO für Klavier 

 

Pedro Ximenez de Abrill (1780 – 1857) 

Tres Minuetos für Gitarre solo 

No. 6, a-Moll

No. 74, e-Moll

No. 75, e-Moll

 

Stephen Goss (*1964)

Intermezzi für Gitarre und Hammerflügel (UA)

Nr. 5 Lament 

Nr. 6 Moto perpetuo 

 

Luigi Boccherini (1743 – 1805) 

Introduktion und Fandango 

Die Schöpfungsgeschichte ist eine Geschichte der Wandlungen. Dabei ersetzt das Neue nicht immer das Alte. Sie können zuweilen beide „artgerecht“ nebeneinander existieren, wie wir in Flora und Fauna des Öfteren erleben können. 

 

Was für uns heute klanglich unmöglich erscheint, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine beliebte Duokombination: Fortepiano und Romantische Gitarre. Beide Instrumente sind aber auch im 21. Jahrhundert neben deren modernen Versionen lebendig. 

 

In der relativ kurzen Zeitspanne von 1790 bis 1830 hatten die Hammerflügel ein äußerst variables Klangspektrum. Auch waren die Flügel, wie man heute noch hören kann, bei weitem nicht so standardisiert in ihrer Bauart wie die Produkte auf dem internationalen Markt dieser Tage: Es wurde mit der Anzahl der Saiten, dem Tonumfang, der Art der Hölzer und Hammerköpfe, der Anzahl der Pedale etc. so viel experimentiert, dass jedes Instrument ein Abenteuer für sich ist. 

Bautechnisch nicht ganz so markant verschieden, aber klangästhetisch deutlich anders als heute präsentiert sich die etwas kleinere Biedermeiergitarre. Wendiger in ihren dynamischen Möglichkeiten und durchdringender in ihrem schlanken Klang. Timbre, Lautstärke und Vielfalt der möglichen Klangfarben von Biedermeiergitarre und Fortepiano sind zum Verwechseln ähnlich und durch eine fein differenzierte Anschlagskultur der SpielerInnen kann ein ungeahnter Farbenreichtum produziert werden. 

Berühmte Komponisten der Biedermeier-Zeit wie zum Beispiel F. Carulli, A. Diabelli oder J. N. Hummel waren fasziniert von der Äquivalenz der beiden Instrumente und ließen sich zu reizvollen Werken inspirieren. 

In diesem Konzert werden gleich zwei Hammerflügel zum Einsatz kommen, darunter das originale Instrument von König Georg V. von Hannover, der trotz seiner Blindheit leidenschaftlicher Spieler und sogar auch Komponist war. Dieses ist eines der Schmuckstücke der Sammlung des Residenzmuseums und ist aufgrund seines immensen Wertes nur selten zu hören. 

 

Neben Duo- und Solowerken des 19. Jahrhunderts präsentieren Sheila Arnold und Alexander-Sergei Ramirez die Uraufführung eines Werkes, welches vom Komponisten Stephen Goss eigens für ihr Duo geschrieben wurde: Eine Sammlung von sechs Intermezzi, die durch die Wahl der Instrumente eine Brücke zwischen den Jahrhunderten bildet. 

 

Das Konzert wird von Sheila Arnold und Alexander-Sergei Ramirez moderiert. 

"Mit freundlicher Unterstützung durch das Residenzmuseum im Celler Schloss"

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